Der Schweizer Theologe Adolf Schlatter ist einer der größten Theologen seit der Reformation und gilt gleichzeitig als einer der theologischen Riesen, die viel zu wenig beachtet werden. Er wurde vor allem für seine exegetische Arbeit bekannt, war aber auch eine Koryphäe in der Systematischen Theologie. Zudem unterrichtete Schlatter Judaistik und Philosophie. Er galt als ausgewiesener Josephus-Kenner und Experte in der Geschichte des antiken Judentums. Namhafte Theologen haben bei Schlatter studiert. Wenig bekannt ist, dass auch Rudolf Bultmann seine Vorlesungen besuchte, als Schlatter in Tübingen lehrte. Selbiges trifft auch auf Karl Barth zu, welcher aber von den Vorlesungen gar nicht begeistert war und diese vor allem auf Wunsch seines Vaters besuchte. Auch Dietrich Bonhoeffer und Paul Schneider, die beide vom Verbrecherregime der Nationalsozialisten ermordet wurden, wurden von Adolf Schlatters Theologie geprägt. Ebenso zählte der Dogmatiker Paul Althaus zu Schlatters Studenten.